Prüfungsübersicht – telc Deutsch B2 (Umwelt & Technologie)
Dieser Übungstest folgt dem offiziellen Format des telc Deutsch B2. Er besteht aus fünf Prüfungsteilen:
Lesen (65 Min.) · Lesen und Schreiben (15 Min.) · Hören (45 Min.) · Sprachbausteine (15 Min.) · Schreiben (30 Min.)
Gesamtdauer: 170 Minuten. Viel Erfolg!
📖 Lesen – Teil 1: Personen und Artikel zuordnen
Lesen Sie die Beschreibungen der Personen 1–5 und die Artikel a–h. Welcher Artikel passt zu welcher Person? Für drei Artikel gibt es keine passende Person.
Artikel a–h
a Elektroautos gewinnen weltweit an Marktanteilen. Doch die Diskussion um die Umweltbilanz der Fahrzeuge bleibt komplex: Von der Batterieproduktion bis zur Entsorgung gibt es noch erheblichen Optimierungsbedarf.
b Smarte Heizsysteme können den Energieverbrauch von Privathaushalten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Dieser Ratgeber erklärt, welche Technologien sich lohnen und worauf beim Kauf zu achten ist.
c Offshore-Windparks liefern immer mehr Strom – doch ihr Ausbau stößt auf Widerstand von Naturschutzverbänden und Fischereiwirtschaft. Ein Überblick über die Interessenkonflikte.
d Künstliche Intelligenz revolutioniert die Klimaforschung. Neue Modelle können Extremwetterereignisse präziser vorhersagen und helfen Städten, sich auf den Klimawandel vorzubereiten.
e Mikroplastik wurde inzwischen in Trinkwasser, Fischfleisch und sogar im menschlichen Blut nachgewiesen. Forscher diskutieren mögliche Gesundheitsrisiken und fordern strengere Regulierung.
f Urban Farming, also der Anbau von Lebensmitteln in der Stadt, erlebt einen Boom. Von Dachgärten bis zu vertikalen Farmen – neue Konzepte sollen die Nahrungsmittelversorgung nachhaltiger machen.
g Das Recycling von Seltenen Erden, die für Elektronikgeräte und Batterien benötigt werden, steckt noch in den Kinderschuhen. Dabei könnten Europa so wertvolle Ressourcen von politisch instabilen Lieferländern unabhängiger machen.
h Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Ob grüner, blauer oder grauer Wasserstoff – dieser Artikel erklärt die Unterschiede und analysiert, welche Variante für die Energiewende tatsächlich taugt.
Person 1 – Franziska Franziska ist Stadtplanerin und arbeitet an einem Konzept, wie ihre Stadt hitzeresistenter und klimaangepasster werden kann. Sie sucht nach technologischen Lösungen, die ihr bei der Risikoabschätzung helfen können.
Person 2 – Leon Leon ist Umweltingenieur und beschäftigt sich mit der Frage, wie Europa seine Abhängigkeit von importierten Rohstoffen für die Produktion von Batterien und Elektronik reduzieren kann.
Person 3 – Maria Maria ist Hausbesitzerin und möchte ihre Heizkosten senken sowie ihren CO₂-Fußabdruck reduzieren. Sie sucht nach praktischen Informationen über smarte Haustechnik.
Person 4 – Stefan Stefan ist Meeresbiologe und forscht über Umweltverschmutzung in Meeresökosystemen. Er interessiert sich besonders für die Auswirkungen von Plastikabfällen auf die menschliche Gesundheit.
Person 5 – Julia Julia ist Journalistin und schreibt einen Artikel über alternative Energiequellen für die deutsche Energiewende. Sie möchte die verschiedenen Varianten eines bestimmten Energieträgers verständlich erklären.
1Welcher Artikel passt zu Person 1 – Franziska?
2Welcher Artikel passt zu Person 2 – Leon?
3Welcher Artikel passt zu Person 3 – Maria?
4Welcher Artikel passt zu Person 4 – Stefan?
5Welcher Artikel passt zu Person 5 – Julia?
📖 Lesen – Teil 2: Globalverstehen
Lesen Sie den Text. Entscheiden Sie bei den Aufgaben 6–10, ob die Aussagen richtig (R), falsch (F) oder im Text nicht erwähnt (N) sind.
Die Energiewende und ihre Tücken: Zwischen Klimaschutz und Versorgungssicherheit
Kaum ein Thema beschäftigt die deutsche Politik und Gesellschaft so intensiv wie die Energiewende. Der Ausstieg aus der Atomkraft wurde 2023 vollzogen, die Abkehr von der Kohle ist für 2038 beschlossen. Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu sein. Doch je näher die Ziele rücken, desto deutlicher werden die Widersprüche und Schwierigkeiten.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran – aber langsamer als nötig. Windkraft und Photovoltaik decken inzwischen über 50 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Doch an windstillen Wintertagen, wenn weder die Sonne scheint noch der Wind weht, klafft eine gefährliche Versorgungslücke. Pumpspeicherkraftwerke und Batteriespeicher können diese Lücke bisher nur unzureichend schließen. Experten fordern deshalb massive Investitionen in Speichertechnologien sowie in den Ausbau der Stromnetze.
Ein weiteres Problem ist der gesellschaftliche Widerstand gegen neue Infrastruktur. Windräder im Wald, Hochspannungsleitungen durch Wohngebiete, große Solarparks auf Ackerflächen – überall regen sich Bürgerinnen und Bürger auf, die den Klimaschutz zwar prinzipiell befürworten, aber keine Anlagen in ihrer Nähe akzeptieren wollen. Dieses Phänomen wird als „Not in my backyard"-Syndrom (NIMBY) bezeichnet.
Zugleich werden die Kosten der Energiewende zunehmend zum sozialen Problem. Haushalte mit niedrigen Einkommen geben einen überproportional hohen Anteil ihres Einkommens für Energie aus. Obwohl staatliche Entlastungsmaßnahmen wie das Klimageld diskutiert werden, hat die Bundesregierung bislang kein umfassendes Konzept zur sozialen Abfederung der Energiewende vorgelegt.
Trotz dieser Hindernisse gibt es Anzeichen für Fortschritt. Neue Technologien wie Agri-Photovoltaik – eine Kombination aus Landwirtschaft und Solarstromerzeugung – zeigen, dass Konflikte zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Energieerzeugung kreativ gelöst werden können. Und die rasant sinkenden Kosten für Solarmodule machen erneuerbare Energie immer wettbewerbsfähiger gegenüber fossilen Brennstoffen. Die Energiewende ist machbar – aber sie erfordert politischen Mut und gesellschaftliche Kompromisse.
1Aufgabe 6: Deutschland hat den Atomausstieg im Jahr 2023 vollzogen.
2Aufgabe 7: Windkraft und Photovoltaik decken inzwischen mehr als die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs.
3Aufgabe 8: Das NIMBY-Phänomen beschreibt Menschen, die den Klimaschutz grundsätzlich ablehnen.
4Aufgabe 9: Die Bundesregierung hat ein umfassendes Konzept zur sozialen Abfederung der Energiewende verabschiedet.
5Aufgabe 10: Der Text erwähnt, wie viele Windkraftanlagen in Deutschland bis 2038 gebaut werden müssen.
🔧 Sprachbausteine – Lückentext
Lesen Sie den folgenden Text und füllen Sie die Lücken 1–10. Wählen Sie für jede Lücke das passende Wort aus dem Kasten. Zehn Wörter passen, vier Wörter passen nicht.
Wörter a–n
a ANGESICHTS · b DAMIT · c DENNOCH · d DESTO · e EINERSEITS · f FALLS · g HINGEGEN · h JE · i OBWOHL · j SOFERN · k SOLANGE · l SOWEIT · m TROTZDEM · n ZUGLEICH
Technologie und Klimawandel: Fluch oder Segen?
1 der Dringlichkeit des Klimawandels wächst der Druck auf Forschung und Industrie, technologische Lösungen zu entwickeln. 2 viele Experten technologischen Optimismus als naiv kritisieren, sehen andere in Innovationen die einzige realistische Chance, die Klimaziele noch zu erreichen.
3 bietet Technologie enorme Chancen: Erneuerbare Energien, Elektromobilität und intelligente Stromnetze können den CO₂-Ausstoß drastisch senken. 4 ist Technologie oft selbst Teil des Problems – die Herstellung von Computerchips, Batterien und Elektronikmüll verursacht erhebliche Umweltbelastungen.
5 mehr Ressourcen in saubere Technologien investiert werden, 6 größer wird die Chance, die Klimaziele zu erreichen. 7 bleiben Investitionen in fossile Brennstoffe auf hohem Niveau – ein deutlicher Widerspruch zu den beschlossenen Klimazielen.
8 Technologie also Fluch oder Segen ist, hängt letztlich davon ab, wie und von wem sie eingesetzt wird. 9 globale Standards für nachhaltiges Wirtschaften fehlen, werden nationale Alleingänge kaum ausreichen. Technologischer Fortschritt und politischer Wille müssen 10 voranschreiten – nur so kann die Klimakrise bewältigt werden.
🎧 Hören – Radiobeitrag
Sie hören einen Radiobeitrag zum Thema Technologie und Umwelt. Lesen Sie die Aufgaben und wählen Sie jeweils die richtige Antwort.
Radiobeitrag: „Smart City – Die Stadt der Zukunft"
Reporterin Sandra Klein im Gespräch mit Stadtforscherin Dr. Lea Vogel
Sandra Klein: Frau Dr. Vogel, der Begriff „Smart City" ist in aller Munde. Was genau versteht man darunter?
Dr. Vogel: Eine Smart City ist eine Stadt, die digitale Technologien einsetzt, um die Lebensqualität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern und gleichzeitig Ressourcen effizienter zu nutzen. Das können intelligente Ampelsysteme sein, die den Verkehr in Echtzeit steuern, Sensoren in Mülleimern, die melden, wann sie geleert werden müssen, oder digitale Plattformen, über die Bürger Probleme wie Schlaglöcher oder defekte Straßenlaternen melden können.
Sandra Klein: Klingt nach Science-Fiction. Gibt es solche Städte schon?
Dr. Vogel: Absolut. Barcelona, Singapur und Amsterdam gelten weltweit als Vorreiter. In Deutschland investieren Städte wie Hamburg, München und Köln stark in diese Richtung. Hamburg zum Beispiel hat ein intelligentes Straßennetz eingeführt, das Staus reduziert und die Luft im Stadtzentrum messbar verbessert hat.
Sandra Klein: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Dr. Vogel: Zwei Punkte sind aus meiner Sicht besonders kritisch. Erstens der Datenschutz: Smarte Städte sammeln enorme Mengen an Daten über ihre Bewohner. Wer kontrolliert diese Daten? Wer hat Zugriff darauf? Hier brauchen wir klare rechtliche Rahmenbedingungen. Zweitens die soziale Gerechtigkeit: Digitale Infrastruktur nützt nur den Menschen, die Zugang dazu haben. Ältere Menschen, einkommensschwache Haushalte – sie dürfen nicht abgehängt werden.
Sandra Klein: Was wäre Ihr wichtigster Rat an Stadtpolitiker?
Dr. Vogel: Technologie ist kein Selbstzweck. Zuerst muss die Frage gestellt werden: Welche Probleme haben wir – und dann, welche Technologie kann helfen. Nicht umgekehrt. Und die Bürgerinnen und Bürger müssen von Anfang an einbezogen werden.
1Aufgabe 11: Was ist laut Dr. Vogel das Ziel einer Smart City?
2Aufgabe 12: Welche deutschen Städte nennt Dr. Vogel als Beispiele für Smart-City-Investitionen?
3Aufgabe 13: Was hat Hamburg laut dem Beitrag mit seinem intelligenten Straßennetz erreicht?
4Aufgabe 14: Welche zwei Herausforderungen nennt Dr. Vogel als besonders kritisch?
5Aufgabe 15: Was empfiehlt Dr. Vogel Stadtpolitikern als wichtigsten Grundsatz?
✍️ Schreiben – Offizieller Brief oder E-Mail
Schreiben Sie einen formellen Brief oder eine formelle E-Mail (ca. 200 Wörter) zu folgender Situation:
Schreibaufgabe – Umwelt & Technologie
In Ihrer Gemeinde soll auf einer bisher ungenutzten Brachfläche am Stadtrand ein großer Solarpark gebaut werden. Die Gemeindeverwaltung hat eine öffentliche Anhörung angekündigt.
Schreiben Sie eine formelle E-Mail an das Gemeindeamt:
- Erklären Sie Ihre Position zum geplanten Solarpark (dafür oder dagegen).
- Nennen Sie mindestens zwei konkrete Argumente.
- Stellen Sie mindestens eine Frage zu den Auswirkungen des Projekts (z. B. auf Natur, Grundstückspreise oder Infrastruktur).
- Bitten Sie darum, bei der öffentlichen Anhörung sprechen zu dürfen.
Tipps für Ihre E-Mail
✔ Verwenden Sie eine formelle Anrede und einen formellen Abschluss. ✔ Strukturieren Sie Ihre E-Mail klar: Einleitung, Argumente, Frage, Schluss. ✔ Benutzen Sie Konnektoren wie: zum einen ... zum anderen, darüber hinaus, aus diesem Grund, ich möchte darauf hinweisen, dass ... ✔ Achten Sie auf einen sachlichen, überzeugenden Ton. ✔ Länge: ca. 200 Wörter.