Deutsch for You
Navigation
Anmelden
B2Prüfungsvorbereitung

Prüfung 4: Wissenschaft & Bildung

LesenHörenSchreibenSprechen
🌐 Übersetzung:

🔊Klicke auf 🔊, um die Aussprache zu hören. Fahre über unterstrichene Wörter, um Übersetzungen zu sehen.

Prüfungsübersicht – telc Deutsch B2 (Wissenschaft & Bildung)

Dieser Übungstest folgt dem offiziellen Format des telc Deutsch B2. Er besteht aus fünf Prüfungsteilen:

Lesen (65 Min.) · Lesen und Schreiben (15 Min.) · Hören (45 Min.) · Sprachbausteine (15 Min.) · Schreiben (30 Min.)

Gesamtdauer: 170 Minuten. Viel Erfolg!


📖 Lesen – Teil 1: Personen und Artikel zuordnen

Lesen Sie die Beschreibungen der Personen 1–5 und die Artikel a–h. Welcher Artikel passt zu welcher Person? Für drei Artikel gibt es keine passende Person.

Artikel a–h

a Das deutsche Bildungssystem zählt zu den am stärksten sozial selektiven in der westlichen Welt. Studien zeigen, dass der Bildungserfolg von Kindern nach wie vor stark vom sozialen Hintergrund der Eltern abhängt. Reformvorschläge werden kontrovers diskutiert.

b Duale Ausbildung oder Studium? Viele Jugendliche stehen vor dieser Entscheidung. Dieser Artikel analysiert die Vor- und Nachteile beider Wege und zeigt, welcher in bestimmten Berufsfeldern mehr Karrierechancen bietet.

c Quantencomputing gilt als eine der vielversprechendsten Technologien des 21. Jahrhunderts. Erste kommerzielle Anwendungen werden bereits in der Pharmaindustrie und der Kryptografie erprobt. Ein Überblick über den Stand der Forschung.

d Forschende an deutschen Universitäten arbeiten zunehmend unter prekären Bedingungen. Befristete Verträge, niedrige Gehälter und Abhängigkeit von Drittmitteln belasten die wissenschaftliche Arbeit und den akademischen Nachwuchs.

e Lernpsychologie trifft auf digitale Pädagogik: Neue Erkenntnisse zeigen, wie Gehirn und Lernen zusammenhängen – und warum Wiederholung, Schlaf und emotionale Bindung für nachhaltiges Lernen entscheidend sind.

f Open Access – die freie Zugänglichkeit wissenschaftlicher Publikationen – ist umstritten. Befürworter sehen darin eine Demokratisierung des Wissens, Kritiker warnen vor Qualitätsverlust und fehlenden Einnahmen für Verlage.

g Künstliche Intelligenz verändert das Lehren und Lernen grundlegend. Adaptive Lernplattformen passen sich dem Lerntempo und Kenntnisstand jedes Schülers individuell an – mit bemerkenswerten Ergebnissen in Pilotprojekten.

h Das Erasmus-Programm der EU feiert sein 35-jähriges Bestehen. Über zehn Millionen Studierende haben bisher von Auslandssemestern profitiert. Doch Chancenungleichheit bei der Teilnahme bleibt ein ungelöstes Problem.

Person 1 – Dorothea Dorothea ist Schulpsychologin und interessiert sich für wissenschaftlich fundierte Methoden, mit denen Lehrerinnen und Lehrer den Lernerfolg ihrer Schüler nachhaltig verbessern können.

Person 2 – Markus Markus ist Doktorand an einer Universität und kämpft mit der unsicheren Situation vieler Nachwuchswissenschaftler. Er sucht Hintergrundartikel, um seine eigene Lage einordnen und politisch argumentieren zu können.

Person 3 – Yasmin Yasmin ist Gymnasiallehrerin und möchte wissen, wie digitale Hilfsmittel und Künstliche Intelligenz individuelles Lernen im Unterricht unterstützen können.

Person 4 – Felix Felix ist Abiturient und unentschlossen, ob er nach dem Schulabschluss eine Ausbildung machen oder studieren soll. Er sucht eine sachliche Entscheidungshilfe.

Person 5 – Prof. Weber Prof. Weber ist Wissenschaftsjournalistin und schreibt einen Kommentar zur Frage, ob wissenschaftliche Veröffentlichungen kostenlos zugänglich sein sollten oder nicht.

Quiz5 Fragen

1Welcher Artikel passt zu Person 1 – Dorothea?

2Welcher Artikel passt zu Person 2 – Markus?

3Welcher Artikel passt zu Person 3 – Yasmin?

4Welcher Artikel passt zu Person 4 – Felix?

5Welcher Artikel passt zu Person 5 – Prof. Weber?

0 / 5 beantwortet

📖 Lesen – Teil 2: Globalverstehen

Lesen Sie den Text. Entscheiden Sie bei den Aufgaben 6–10, ob die Aussagen richtig (R), falsch (F) oder im Text nicht erwähnt (N) sind.


Lebenslanges Lernen: Notwendigkeit oder Überforderung?

In der modernen Wissensgesellschaft wird lebenslanges Lernen nicht mehr als Wahl, sondern als Notwendigkeit betrachtet. Durch Digitalisierung, Globalisierung und den demografischen Wandel verändern sich Berufsbilder schneller als je zuvor. Nach Schätzungen des Weltwirtschaftsforums werden bis 2030 rund 85 Millionen Arbeitsplätze durch Automatisierung wegfallen – gleichzeitig entstehen 97 Millionen neue Stellen, die heute noch nicht existieren.

Diese Entwicklung stellt Bildungssysteme weltweit vor enorme Herausforderungen. Schulen und Universitäten, die traditionell auf das Vermitteln von Fachwissen ausgerichtet sind, müssen nun verstärkt Kompetenzen fördern, die auch in einer unvorhersehbaren Zukunft gefragt sein werden: kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Teamarbeit und Kreativität – die sogenannten „21st Century Skills".

Doch lebenslanges Lernen ist nicht für alle Menschen gleich zugänglich. Studien des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung zeigen, dass vor allem Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss und Menschen in körperlich belastenden Berufen seltener an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Gründe dafür sind unter anderem mangelnde Zeit, fehlende finanzielle Mittel und das Gefühl, Weiterbildung sei „nichts für sie". Dabei sind gerade diese Gruppen am stärksten von den Auswirkungen des wirtschaftlichen Strukturwandels betroffen.

Arbeitgeber reagieren zunehmend auf diesen Bedarf, indem sie betriebliche Weiterbildungsangebote ausbauen. Unternehmen wie Bosch und Siemens haben eigene „Corporate Universities" gegründet, in denen Mitarbeitende gezielt für zukünftige Anforderungen qualifiziert werden. Die Bundesregierung hat mit dem Qualifizierungschancengesetz einen rechtlichen Rahmen geschaffen, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern den Zugang zu geförderten Weiterbildungen erleichtert.

Trotz dieser Maßnahmen bleibt die grundlegende Frage ungeklärt: Wer trägt die Verantwortung für das lebenslange Lernen – der Einzelne, der Arbeitgeber oder der Staat? Die Antwort wird maßgeblich darüber entscheiden, wie gerecht die Transformation der Arbeitswelt verläuft.

Quiz5 Fragen

1Aufgabe 6: Laut dem Weltwirtschaftsforum werden durch Automatisierung bis 2030 mehr Stellen geschaffen als wegfallen.

2Aufgabe 7: Die sogenannten '21st Century Skills' umfassen laut Text unter anderem kritisches Denken und Kreativität.

3Aufgabe 8: Menschen mit hohem Bildungsabschluss nehmen laut Studie seltener an Weiterbildungen teil.

4Aufgabe 9: Bosch und Siemens haben eigene Bildungseinrichtungen für ihre Mitarbeitenden gegründet.

5Aufgabe 10: Der Text nennt konkrete Zahlen dazu, wie viele Arbeitnehmer das Qualifizierungschancengesetz bisher genutzt haben.

0 / 5 beantwortet

🔧 Sprachbausteine – Lückentext

Lesen Sie den folgenden Text und füllen Sie die Lücken 1–10. Wählen Sie für jede Lücke das passende Wort aus dem Kasten. Zehn Wörter passen, vier Wörter passen nicht.

Wörter a–n

a ALLERDINGS · b AUCH WENN · c DADURCH · d DA · e DARÜBER HINAUS · f INFOLGEDESSEN · g INSOFERN · h OBWOHL · i SOFERN · j SOWOHL · k TROTZ · l WENNGLEICH · m WESHALB · n WOBEI


Hochschulbildung im Wandel: Zwischen Tradition und Innovation

Deutsche Universitäten genießen weltweit einen hervorragenden Ruf, 1 die Rankings von Institutionen wie Oxford oder MIT von deutschen Hochschulen kaum erreicht werden. Dennoch ist das deutsche Hochschulwesen bei weitem nicht statisch: Es befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel.

2 der Bologna-Reform entstanden europaweit einheitliche Bachelor- und Master-Abschlüsse, 3 die internationale Mobilität von Studierenden erheblich erleichtert wurde. 4 wurde das System in der Praxis von vielen Studierenden als zu verschult und prüfungslastig empfunden.

Digitalisierung ist ein weiterer Motor des Wandels. 5 Online-Kurse als auch digitale Prüfungsformate haben seit der Corona-Pandemie massiv an Bedeutung gewonnen. Viele Hochschulen bieten inzwischen hybride Lehrformate an, 6 die Präsenzveranstaltungen durch digitale Elemente ergänzt werden.

7 diese Entwicklungen grundsätzlich positiv sind, bleiben Herausforderungen bestehen. Die Betreuungsrelation – also das Verhältnis von Studierenden zu Lehrenden – hat sich in vielen Fächern verschlechtert, 8 Massenveranstaltungen mit Hunderten von Teilnehmenden die Regel sind. 9 fordert die Hochschulrektorenkonferenz mehr staatliche Investitionen, 10 die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wissenschaft gesichert werden kann.

Lückentext10 Lücken
11 – ...__ die Rankings von Oxford oder MIT kaum erreicht werden.
22 – __ der Bologna-Reform entstanden Bachelor- und Master-Abschlüsse...
33 – ...Bachelor- und Master-Abschlüsse, __ die internationale Mobilität erleichtert wurde.
44 – __ wurde das System als zu verschult empfunden.
55 – __ Online-Kurse als auch digitale Prüfungsformate...
66 – ...hybride Lehrformate, __ Präsenzveranstaltungen durch digitale Elemente ergänzt werden.
77 – __ diese Entwicklungen positiv sind, bleiben Herausforderungen bestehen.
88 – ...__ Massenveranstaltungen die Regel sind.
99 – __ fordert die Hochschulrektorenkonferenz mehr Investitionen...
1010 – ...__ die internationale Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden kann.
0 / 10 ausgefüllt

🎧 Hören – Radiobeitrag

Sie hören einen Radiobeitrag zum Thema Wissenschaft und Bildung. Lesen Sie die Aufgaben und wählen Sie jeweils die richtige Antwort.


Radiobeitrag: „Schule neu denken – Bildung für das 21. Jahrhundert"

Moderator Jan Bremer im Gespräch mit Bildungsforscherin Prof. Dr. Anna Ritter

Jan Bremer: Frau Professor Ritter, internationale Vergleichsstudien wie PISA zeigen: Deutschlands Schülerinnen und Schüler schneiden im Mittelfeld ab. Was läuft falsch?

Prof. Ritter: Das ist eine komplexe Frage. Ein Kernproblem ist, dass unser Schulsystem immer noch stark auf das Auswendiglernen von Fakten ausgerichtet ist, anstatt Kompetenzen wie kritisches Denken und Problemlösung zu fördern. Außerdem reproduziert das System soziale Ungleichheit: Wer aus einer Akademikerfamilie kommt, hat statistisch gesehen fast dreimal so gute Chancen auf ein Abitur wie jemand aus einer Familie ohne Hochschulabschluss.

Jan Bremer: Welche Reformen halten Sie für dringend notwendig?

Prof. Ritter: Erstens: längeres gemeinsames Lernen. Die frühe Aufteilung in Gymnasium, Realschule und Hauptschule nach der vierten Klasse ist international unüblich und benachteiligt Kinder aus sozial schwächeren Verhältnissen. Zweitens: mehr Zeit für individuelle Förderung. Ganztagsschulen sind hier ein richtiger Schritt – sie bieten Raum für Nachhilfe, aber auch für kreative und soziale Entwicklung. Drittens: die Digitalisierung der Schulen endlich ernsthaft umsetzen. Deutschland hat beim DigitalPakt viele Milliarden Euro bereitgestellt, aber die Umsetzung an den Schulen läuft noch schleppend.

Jan Bremer: Viele Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich überfordert. Wie sehen Sie das?

Prof. Ritter: Vollkommen berechtigt. Der Lehrermangel ist real, die Klassen sind oft zu groß, und die Anforderungen – von Inklusion über Sprachförderung bis zu digitalen Kompetenzen – wachsen ständig. Wir müssen die Lehrerausbildung reformieren und den Beruf attraktiver gestalten, zum Beispiel durch bessere Karriereperspektiven und flexiblere Arbeitszeitmodelle.

Jan Bremer: Ein letzter Gedanke: Was können Eltern tun?

Prof. Ritter: Lesen, Neugier wecken, Fragen stellen – das sind die wichtigsten Dinge, die Eltern für die Bildung ihrer Kinder tun können. Und: Der Bildungsweg eines Kindes ist kein Sprint, er ist ein Marathon. Geduld und Vertrauen sind genauso wichtig wie schulische Leistungen.

Quiz5 Fragen

1Aufgabe 11: Was nennt Prof. Ritter als ein Kernproblem des deutschen Schulsystems?

2Aufgabe 12: Wie groß ist laut Prof. Ritter der statistische Unterschied bei den Abiturchancen zwischen Akademiker- und Nicht-Akademikerfamilien?

3Aufgabe 13: Was sagt Prof. Ritter über Ganztagsschulen?

4Aufgabe 14: Was sagt Prof. Ritter über den DigitalPakt?

5Aufgabe 15: Was empfiehlt Prof. Ritter Eltern für die Bildung ihrer Kinder?

0 / 5 beantwortet

✍️ Schreiben – Offizieller Brief oder E-Mail

Schreiben Sie einen formellen Brief oder eine formelle E-Mail (ca. 200 Wörter) zu folgender Situation:

Schreibaufgabe – Wissenschaft & Bildung

An Ihrer früheren Schule soll das Schulfach „Philosophie und kritisches Denken" aus dem Lehrplan gestrichen werden, um mehr Zeit für Mathematik und Naturwissenschaften zu schaffen. Sie haben davon in der lokalen Zeitung gelesen.

Schreiben Sie einen offenen Brief an die Schulleitung:

  • Erklären Sie, warum Sie gegen die Streichung dieses Faches sind.
  • Nennen Sie mindestens zwei konkrete Argumente für den Erhalt des Faches.
  • Schlagen Sie eine Kompromisslösung vor (z. B. fächerübergreifende Integration, Wahlpflichtfach).
  • Bitten Sie um ein Gespräch oder eine öffentliche Diskussion.

Tipps für Ihren Brief

✔ Verwenden Sie eine formelle Anrede (z. B. „Sehr geehrte Schulleitung") und einen höflichen Abschluss. ✔ Gliedern Sie Ihren Brief klar: Einleitung → Argumente → Kompromissvorschlag → Bitte um Gespräch. ✔ Benutzen Sie Verbindungswörter: zum einen ... zum anderen, darüber hinaus, ich bin der Überzeugung, dass ..., ich schlage daher vor, dass ... ✔ Schreiben Sie sachlich, überzeugend und respektvoll. ✔ Länge: ca. 200 Wörter.

KI-Schreibtutor

Alle Aufgaben fertig?

Wenn du alle Aufgaben bearbeitet hast, klicke auf “Prüfung abgeben”, um dein Ergebnis zu sehen.