Deutsch for You
Navigation
Anmelden
B2Prüfungsvorbereitung

Prüfung 2: Gesellschaft & Medien

LesenHörenSchreibenSprechen
🌐 Übersetzung:

🔊Klicke auf 🔊, um die Aussprache zu hören. Fahre über unterstrichene Wörter, um Übersetzungen zu sehen.

Prüfungsübersicht – telc Deutsch B2 (Gesellschaft & Medien)

Dieser Übungstest folgt dem offiziellen Format des telc Deutsch B2. Er besteht aus fünf Prüfungsteilen:

Lesen (65 Min.) · Lesen und Schreiben (15 Min.) · Hören (45 Min.) · Sprachbausteine (15 Min.) · Schreiben (30 Min.)

Gesamtdauer: 170 Minuten. Viel Erfolg!


📖 Lesen – Teil 1: Personen und Artikel zuordnen

Lesen Sie die Beschreibungen der Personen 1–5 und die Artikel a–h. Welcher Artikel passt zu welcher Person? Für drei Artikel gibt es keine passende Person.

Artikel a–h

a Die sozialen Medien verändern das politische Engagement junger Menschen. Studien zeigen, dass Plattformen wie Instagram und TikTok zunehmend als Informationsquellen genutzt werden – mit Folgen für den demokratischen Diskurs.

b Falschinformationen verbreiten sich in Online-Netzwerken bis zu sechsmal schneller als wahre Nachrichten. Medienforscher erklären, welche psychologischen Mechanismen dahinterstecken und wie man sich schützen kann.

c Immer mehr Haushalte kündigen ihr Zeitungsabonnement. Der Rückgang der Printmedien zwingt Verlage, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln – mit gemischtem Erfolg.

d Öffentlich-rechtliche Sender stehen vor der Frage, wie sie junge Zuschauer zurückgewinnen können. Mediatheken und Podcast-Formate gelten als Schlüssel zur Zukunft.

e Influencer-Marketing hat sich zu einem milliardenschweren Geschäft entwickelt. Doch wie transparent sind gesponserte Beiträge wirklich, und welche Rechte haben Konsumenten?

f Die Pressefreiheit steht weltweit unter Druck. In mehreren Ländern wurden im vergangenen Jahr Dutzende Journalisten verhaftet oder eingeschüchtert. Reporter ohne Grenzen fordert mehr internationalen Schutz.

g Algorithmen entscheiden, welche Nachrichten wir sehen. Kritiker warnen vor der Entstehung von „Filterblasen", in denen Menschen nur noch Meinungen begegnen, die ihren eigenen ähneln.

h Medienkompetenz wird als Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts gehandelt. Schulen und Volkshochschulen bieten zunehmend Kurse an, die kritisches Denken im Umgang mit digitalen Inhalten fördern.

Person 1 – Nadia Nadia ist Lehrerin an einem Gymnasium und möchte ihren Schülern beibringen, wie sie Nachrichten kritisch bewerten und Falschinformationen erkennen können. Sie sucht nach Hintergrundinformationen für ihren Unterricht.

Person 2 – Tobias Tobias ist Politikwissenschaftler und forscht darüber, wie digitale Plattformen das demokratische Verhalten junger Wahlberechtigter beeinflussen. Er sucht aktuelle Studien zu diesem Thema.

Person 3 – Klara Klara ist freie Journalistin und beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Krise der Printmedien. Sie möchte verstehen, wie Verlage auf den strukturellen Wandel der Medienlandschaft reagieren.

Person 4 – Ahmed Ahmed ist Verbraucherschützer und untersucht, ob bezahlte Werbebeiträge auf Social-Media-Plattformen ausreichend als solche gekennzeichnet sind. Er interessiert sich für die rechtliche Dimension.

Person 5 – Bettina Bettina arbeitet beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Abteilung für Digitales. Sie sucht Argumente und Konzepte, um das Angebot für jüngere Zielgruppen attraktiver zu gestalten.

Quiz5 Fragen

1Welcher Artikel passt zu Person 1 – Nadia?

2Welcher Artikel passt zu Person 2 – Tobias?

3Welcher Artikel passt zu Person 3 – Klara?

4Welcher Artikel passt zu Person 4 – Ahmed?

5Welcher Artikel passt zu Person 5 – Bettina?

0 / 5 beantwortet

📖 Lesen – Teil 2: Globalverstehen

Lesen Sie den Text. Entscheiden Sie bei den Aufgaben 6–10, ob die Aussagen richtig (R), falsch (F) oder im Text nicht erwähnt (N) sind.


Die Macht der Algorithmen: Wie soziale Netzwerke unsere Wahrnehmung formen

Wer heute morgen als Erstes sein Smartphone in die Hand nimmt und den Feed eines sozialen Netzwerks öffnet, sieht nicht die Welt – er sieht eine kuratierte Version davon. Dahinter stecken Algorithmen: komplexe mathematische Systeme, die innerhalb von Millisekunden entscheiden, welche Inhalte angezeigt werden und welche im Verborgenen bleiben.

Die Funktionsweise dieser Systeme ist im Kern simpel: Inhalte, mit denen Nutzer interagieren – durch Likes, Kommentare oder längeres Verweilen –, werden häufiger ausgespielt. Was Aufmerksamkeit erzeugt, gewinnt. Das klingt zunächst nach einem neutralen Mechanismus. Doch Medienforscher warnen seit Jahren vor den gesellschaftlichen Konsequenzen dieses Systems.

Das bekannteste Problem ist die sogenannte Filterblase. Wer regelmäßig Inhalte einer bestimmten politischen Richtung konsumiert, bekommt mehr davon angezeigt – und immer weniger davon, was dieser Richtung widerspricht. Mit der Zeit entsteht eine verzerrte Wahrnehmung der Realität: Man glaubt, die eigene Meinung sei die der Mehrheit. Studien der Universität Oxford belegen, dass stark politisierte Nutzer kaum noch Kontakt zu anderslautenden Meinungen haben.

Hinzu kommt das Phänomen der Empörungsspirale. Inhalte, die starke emotionale Reaktionen auslösen – Wut, Empörung, Angst –, erhalten besonders viele Interaktionen und werden daher bevorzugt verbreitet. Eine Untersuchung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigte, dass Falschmeldungen auf Twitter sechsmal schneller weitergeteilt werden als korrekte Informationen. Der Grund: Sie sind oft dramatischer formuliert und erzeugen stärkere Gefühle.

Plattformbetreiber wie Meta und Google stehen seit Jahren in der Kritik, zu wenig gegen die negativen Auswirkungen ihrer Algorithmen zu unternehmen. Zwar haben Unternehmen wie Twitter (heute X) und Facebook in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung von Falschinformationen einzuschränken – doch Beobachter bewerten diese Schritte als unzureichend. Die Europäische Union hat mit dem Digital Services Act (DSA) im Jahr 2022 neue rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die Plattformen zur Transparenz über ihre algorithmischen Systeme verpflichten.

Was können Einzelpersonen tun? Medienforscher empfehlen, bewusst Quellen zu wählen, die verschiedene Perspektiven abbilden, und regelmäßig den eigenen Feed zu hinterfragen. Auch das gezielte Folgen von Konten mit anderen Weltanschauungen kann helfen, Filterblasen aufzubrechen. Letztlich jedoch, so betonen viele Experten, sei die Verantwortung vor allem auf gesellschaftlicher und politischer Ebene zu verorten – nicht beim Einzelnen.

Quiz5 Fragen

1Aufgabe 6: Algorithmen entscheiden, welche Inhalte Nutzer in sozialen Netzwerken sehen.

2Aufgabe 7: Inhalte, die starke Emotionen auslösen, werden von Algorithmen seltener verbreitet.

3Aufgabe 8: Die MIT-Studie zeigt, dass Falschmeldungen auf Twitter sechsmal schneller verbreitet werden als wahre Nachrichten.

4Aufgabe 9: Der Digital Services Act der EU wurde im Jahr 2023 verabschiedet.

5Aufgabe 10: Der Text nennt konkrete Sanktionen für Plattformen, die gegen den DSA verstoßen.

0 / 5 beantwortet

🔧 Sprachbausteine – Lückentext

Lesen Sie den folgenden Artikel und füllen Sie die Lücken 1–10. Wählen Sie für jede Lücke das passende Wort aus dem Kasten. Zehn Wörter passen, vier Wörter passen nicht.

Wörter a–n

a ALLERDINGS · b AUFGRUND · c DABEI · d DENNOCH · e DESHALB · f HINGEGEN · g INDEM · h NACHDEM · i OBWOHL · j SODASS · k SOWOHL · l WÄHREND · m WEIL · n ZUMAL


Medienkompetenz im digitalen Zeitalter

In einer Welt, in der täglich Milliarden von Nachrichten über digitale Kanäle verbreitet werden, gewinnt die Fähigkeit, Informationen kritisch zu bewerten, immer mehr an Bedeutung. 1 der rasanten technologischen Entwicklung fällt es vielen Menschen schwer, zuverlässige von unzuverlässigen Quellen zu unterscheiden.

Besonders junge Menschen sind 2 stark betroffen, da sie einen Großteil ihrer Informationen über soziale Medien beziehen. 3 sie oft digital affiner sind als ältere Generationen, fehlt ihnen häufig das kritische Hinterfragen von Inhalten. 4 werden Falschinformationen von Jugendlichen besonders schnell geteilt – 5 viele noch nicht gelernt haben, Quellen systematisch zu überprüfen.

Schulen versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, 6 sie Medienkompetenz als festes Unterrichtsfach einführen. 7 dieser Bemühungen gibt es noch erheblichen Nachholbedarf: In vielen Bundesländern fehlt es an ausgebildeten Lehrkräften und geeignetem Unterrichtsmaterial.

Erwachsene sind von diesem Problem 8 nicht ausgenommen. Studien zeigen, dass 9 junge als auch ältere Nutzer anfällig für gezielte Desinformation sind – 10 wenn diese professionell gestaltet ist und von vertrauenswürdig wirkenden Quellen zu stammen scheint.

Lückentext10 Lücken
11 – __ der rasanten technologischen Entwicklung...
22 – Besonders junge Menschen sind __ stark betroffen...
33 – __ sie oft digital affiner sind, fehlt ihnen das kritische Hinterfragen...
44 – __ werden Falschinformationen besonders schnell geteilt...
55 – ...weil viele noch nicht __ haben, Quellen zu überprüfen
66 – Schulen versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, __ sie Medienkompetenz einführen.
77 – __ dieser Bemühungen gibt es noch erheblichen Nachholbedarf.
88 – Erwachsene sind von diesem Problem __ nicht ausgenommen.
99 – __ junge als auch ältere Nutzer sind anfällig...
1010 – ...__ wenn diese professionell gestaltet ist.
0 / 10 ausgefüllt

🎧 Hören – Radiobeitrag

Sie hören einen Radiobeitrag zum Thema Medienwandel. Lesen Sie die Aufgaben und wählen Sie jeweils die richtige Antwort.


Radiobeitrag: „Nachrichten im Wandel – Wie wir uns heute informieren"

Moderatorin Vera Siebert im Gespräch mit Medienwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hartmann

Vera Siebert: Herr Professor Hartmann, laut aktuellen Studien informieren sich unter 30-Jährige kaum noch über klassische Fernsehnachrichten. Ist das das Ende des Qualitätsjournalismus?

Prof. Hartmann: Nein, so weit würde ich nicht gehen. Was wir erleben, ist ein fundamentaler Wandel der Informationsgewohnheiten – aber nicht zwingend ein qualitativer Verfall. Junge Menschen informieren sich, sie tun es nur anders: über Podcasts, Newsletter, Instagram-Kanäle von Redaktionen oder kurze Erklärvideos auf YouTube.

Vera Siebert: Aber ist die Qualität dieser Formate vergleichbar?

Prof. Hartmann: Das ist eine berechtigte Frage. Qualität ist natürlich nicht automatisch gewährleistet, nur weil jemand einen Instagram-Kanal hat. Aber es gibt durchaus seriöse Anbieter auf allen diesen Plattformen – und viele etablierte Medien sind inzwischen dort aktiv. Die Süddeutsche Zeitung, der Spiegel, die ARD – alle haben starke Social-Media-Präsenzen aufgebaut.

Vera Siebert: Dennoch sind Falschinformationen ein massives Problem. Wie soll man damit umgehen?

Prof. Hartmann: Durch Bildung vor allem. Medienkompetenz muss früh vermittelt werden – in der Schule, aber auch im Elternhaus. Wir brauchen Menschen, die hinterfragen, woher eine Information stammt, wer sie verbreitet und welche Interessen dahinterstecken könnten. Das ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Übung.

Vera Siebert: Was halten Sie von staatlichen Regulierungsmaßnahmen gegen Falschinformationen?

Prof. Hartmann: Das ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits brauchen wir klare Regeln für Plattformen – der Digital Services Act ist hier ein richtiger Schritt. Andererseits darf der Staat nicht selbst zum Schiedsrichter darüber werden, was wahr und was falsch ist. Das wäre gefährlich für die Pressefreiheit.

Vera Siebert: Herzlichen Dank, Herr Professor.

Quiz5 Fragen

1Aufgabe 11: Was sagt Prof. Hartmann über den Medienkonsum junger Menschen?

2Aufgabe 12: Welche der folgenden Aussagen über etablierte Medien macht Prof. Hartmann?

3Aufgabe 13: Was empfiehlt Prof. Hartmann als wichtigsten Schutz gegen Falschinformationen?

4Aufgabe 14: Wie bewertet Prof. Hartmann staatliche Regulierung gegen Falschinformationen?

5Aufgabe 15: Was versteht Prof. Hartmann unter Medienkompetenz?

0 / 5 beantwortet

✍️ Schreiben – Offizieller Brief oder E-Mail

Schreiben Sie einen formellen Brief oder eine formelle E-Mail (ca. 200 Wörter) zu folgender Situation:

Schreibaufgabe – Gesellschaft & Medien

Sie haben in einer Lokalzeitung gelesen, dass die Stadtverwaltung plant, das Budget für die örtliche Stadtbibliothek um 30 % zu kürzen. Die Bibliothek soll als Medien- und Informationszentrum für alle Bürgerinnen und Bürger erhalten bleiben.

Schreiben Sie einen Brief an den Bürgermeister / die Bürgermeisterin:

  • Erklären Sie, warum Sie gegen die Kürzung sind.
  • Nennen Sie mindestens zwei konkrete Argumente.
  • Schlagen Sie eine alternative Lösung vor (z. B. Sponsoring, Kooperation mit Schulen).
  • Bitten Sie um eine öffentliche Diskussion des Themas.

Tipps für Ihren Brief

✔ Verwenden Sie eine formelle Anrede und einen formellen Abschluss. ✔ Gliedern Sie Ihren Brief in Absätze (Einleitung, Argumente, Vorschlag, Schluss). ✔ Achten Sie auf einen sachlichen, höflichen Ton. ✔ Benutzen Sie Konnektoren wie: daher, deshalb, darüber hinaus, aus diesem Grund, ich schlage vor, dass ... ✔ Länge: ca. 200 Wörter.

KI-Schreibtutor

Alle Aufgaben fertig?

Wenn du alle Aufgaben bearbeitet hast, klicke auf “Prüfung abgeben”, um dein Ergebnis zu sehen.